Bei einer Kontopfändung müssen Sie schnell reagieren!

Jeder Kontoinhaber hat gegenüber seiner Bank den Anspruch, dass sein Girokonto als Pfändungsschutzkonto, sogenanntes P-Konto, geführt wird. Ein P-Konto ist auch weiterhin ein Girokonto, das dem normalen Zahlungsverkehr dient, bei Kontopfändung jedoch einen unbürokratischen Schutz bietet.

Guthaben sind bis zu einem Betrag von 1.045,04 € je Kalendermonat geschützt, weitere Beträge (Kindergeld usw.) können auf Nachweis freigegeben werden. Erhöhte Freibeträge dürfen Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, Familienkassen, Rechtsanwälte, Steuerberater und die anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen auf dementsprechenden Formblättern bescheinigen.

Wer über diese Stellen keine oder keine ausreichende Bescheinig erhält oder wenn die Bank diese nicht akzeptiert, kann sich an das Vollstreckungsgericht oder die Vollstreckungsbehörde wenden.

Kontoinhaber müssen zur Einrichtung eines P-Kontos selbst aktiv werden. Entweder wird ein neues Konto gleich als P-Konto eingerichtet oder das bestehende Girokonto in ein Pfändungsschutz-Konto umgewandelt. Hierzu muss ein entsprechender Antrag bei der Bank gestellt werden. Achtung: Jede Person darf nur ein P-Konto führen. Anders als bei normalen Girokonten kann das P-Konto nicht als Gemeinschaftskonto mehrerer Kontoinhaber, sondern nur als Einzelkonto geführt werden.

Auch nach Zustellung einer Pfändung kann das Girokonto noch in ein P-Konto umgewandelt und so dessen spezieller Pfändungsschutz gesichert werden. Dies muss jedoch bei der Bank beantragt werden. Die Bank ist gesetzlich zur Umwandlung innerhalb von vier Geschäftstagen verpflichtet. Der automatische Pfändungsschutz auf dem P-Konto gilt dann sogar rückwirkend für den kompletten Kalendermonat, in dem das Konto gepfändet wurde. Voraussetzung dafür ist, dass die Umwandlung innerhalb von vier Wochen seit dem Eingang des Pfändungsbeschlusses bei der Bank erfolgt ist.

Welche Möglichkeiten bestehen bei einer Doppelpfändung von Arbeitslohn und Girokonto?

Ist Ihr Gehalt bereits beim Arbeitgeber gepfändet, wird Ihnen nur unpfändbares Einkommen auf das Girokonto überwiesen. Liegt diese Summe über dem Freibetrag auf dem Girokonto, benötigen Sie einen zusätzlichen Freigabebeschluss des Vollstreckungsgerichts oder der vollstreckenden Stelle (bei einem öffentlichen Gläubiger), um den vollständigen Betrag erhalten zu können. Wechselt Ihr Einkommen häufig (zum Beispiel durch Schichtzulagen oder Mehrarbeit), können Sie auch einen so genannten Blankettbeschluss beantragen. Damit Sie nicht monatlich zum Gericht gehen müssen, wird Ihnen dann pauschal jeweils das Einkommen freigestellt, das Ihr Arbeitgeber auf das Konto überweist.

Unpfändbare Einkommensteile bei einer Lohnpfändung

Wenn jemand eine Lohnpfändung einleiten will, muss er erst einen Vollstreckungstitel erwirken. Kennt er Ihren Arbeitgeber, kann er die Zahlung der Forderung direkt beim Arbeitgeber einfordern einholen. Wird die Lohnpfändung durchgeführt, kann nur der pfändbare Teil Ihres Einkommens gepfändet werden.

Unpfändbar sind die in § 850a ZPO genannten Teile des Arbeitseinkommens

  • Die Hälfte der Vergütung für Überstunden
  • Zusätzliches Urlaubsgeld
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Weihnachtsgeld bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens
  • Aufwandsentschädigungen, Auslösungsgelder und Zulagen für auswärtige Beschäftigungen
  • Erziehungsgelder, Studienbeihilfen und ähnliche Bezüge
  • Zuwendungen aus Anlass eines besonderen Betriebsereignisses
  • Entgelt für selbst gestelltes Arbeitsmaterial
  • Gefahrenzulagen sowie Schmutz- und Erschwerniszulagen
  • Heirats- und Geburtsbeihilfen
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen
  • Blindenzulagen

Eine Lohnpfändung betrifft nicht Ihren ganzen Lohn, sondern nur den wirklich pfändbaren Teil Ihres Einkommens. Im Einzelfall können Sie Ihren Pfändungsfreibetrag, durch Antragsstellung bei Gericht, auch erhöhen lassen.

Ihr Arbeitgeber ist verantwortlich für die Berechnung des Pfändungsfreibetrags und die Ausschüttung. Gerade in kleinen Firmen haben die Arbeitgeber mit Lohnpfändungen keinerlei Erfahrung und sind auch nicht mit den Berechnungen oder der Abwicklung vertraut. Viele Schuldner haben zudem auch Angst, dass sie gekündigt werden, wenn es zu einer Lohnpfändung kommt. Grundsätzlich ist eine Lohnpfändung aber kein rechtskräftiger Grund für eine Kündigung oder Abmahnung.

Fragen und Antworten zum Pfändungsschutzkonto (P-Konto)

Jeder Kontoinhaber hat gegenüber seiner Bank den Anspruch, dass sein Konto als Pfändungsschutzkonto, sogenanntes P-Konto, geführt wird. Ein P-Konto ist auch weiterhin ein Girokonto, das dem normalen Zahlungsverkehr dient, bei Kontopfändung jedoch einen unbürokratischen Schutz bietet: Guthaben sind bis zu einem Betrag von 1.045,04 € je Kalendermonat geschützt, weitere Beträge (Kindergeld usw.) können auf Nachweis freigegeben werden.

Für wen ist ein P-Konto ein unbedingtes Muss?

Für jeden, dessen Girokonto gepfändet ist und für Sozialeistungs- und Kindergeldempfänger, deren Konto überzogen ist! Ein Kontoguthaben wird im Falle einer Pfändung nur auf einem P-Konto geschützt. Galten während einer Übergangsfrist bis zum Jahresende parallel noch die alten Regelungen zum Pfändungsschutz und zum Schutz von Sozialleistungen vor Verrechnung mit der Kontoüberziehung, ist damit jetzt Schluss. Auf „normalen“ Girokonten gibt es keinen Schutz mehr. Auch Empfänger von Sozialleistungen sind vor der Verrechnung mit einer Kontoüberziehung nur mit einem P-Konto geschützt. Sie können dann innerhalb von 14 Tagen über ihr Geld verfügen.

Welche Vorteile bietet das P-Konto gegenüber dem alten Pfändungsschutz?

Während Kontoinhaber bislang beim Gericht oder der pfändenden Behörde beantragen mussten, dass ihnen ein monatlicher Freibetrag zum Leben verbleibt, ist beim Pfändungsschutzkonto ein Guthaben von 1.045,04 Euro (Grundfreibetrag) je Kalendermonat automatisch geschützt. Dies gilt für Arbeitseinkommen und Sozialleistungen genauso wie beispielsweise für finanzielle Unterstützungen Dritter. Der P-Kontoinhaber muss nichts mehr unternehmen, bei einer Pfändung hat er weiterhin vollen Zugang zum Konto und kann zum Beispiel Überweisungen bis zum Grundfreibetrag vornehmen.

Weitere Beträge (Kindergeld usw.) können auf Nachweis freigegeben werden, so dass nur noch in speziellen Fällen eine gerichtliche oder behördliche Entscheidung erforderlich ist. Durch den neuen P-Kontoschutz ist es erstmals auch möglich, Restguthaben aus dem nicht ausgeschöpften Freibetrag eines Monats einmalig in den nächsten Monat zu übertragen und damit kleine Rücklagen anzusparen.